Angst essen Seele auf

 

Emmi ist über 60, Witwe und lebt allein, bis sie den 20 Jahre jüngeren Ali kennen und lieben lernt. Ali ist Araber. Das löst in Familie und Umgebung tiefe Ablehnung aus. Doch Emmi stemmt sich gegen alle Konvention und den drohenden Verlust. Sie heiratet Ali.

Die neu erreichte Akzeptanz von außen bewirkt bald neue innere Konflikte. Ali zieht sich wieder in sein eigenes kulturelles Umfeld zurück – und zeitweilig auch zu seiner früheren Geliebten, der Wirtin Barbara. Erst als Emmi Ali wieder findet, erkennt sie ihre eigene Unzulänglichkeit, doch Emmi gibt nicht auf.

„Angst essen Seele auf“ ist Fassbinders wichtigstes Werk im Jungen Deutschen Film. So erlebt der heute wieder aktuelle Filmtext nun eine Rückprojektion vom Münchner Vorstadtrealismus der 70er Jahre ins heutige Bahnhofsviertel der Stadt – dem neuen Ort für Theater und Sehnsucht, dem Zentraltheater.

 

 

 

Sophia, der Tod und ich

 

Im Debütroman des Musikers Thees Uhlmann geht es um alles: Leben, Tod und die wahnsinnig kurzen Momente der Erkenntnis.

Als es an seiner Tür klingelt, ahnt der Mann nicht, dass sich sein Leben nun urplötzlich ändern wird: Er steht dem Tod gegenüber, der ihm sachlich mitteilt, dass er ihn jetzt mitnehmen werde. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Als jedoch Sophia, die Exfreundin des Mannes, unerwartet zu den beiden stößt, beschließt der Tod, es mit dem kurzen Prozess nicht so genau zu nehmen. Zwischen den dreien entspinnen sich aberwitzige Diskussionen, in denen es um Himmel und Hölle, die besten Trinksprüche und das depressive Jobprofil des Todes geht. Das skurrile schicksalsverbundene Trio begibt sich auf eine spektakuläre Reise – denn eine Sache möchte der Mann vor seinem Tod unbedingt noch erledigen: Abschied nehmen von seinem achtjährigen Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.